Polizeiliche Kriminalstatistik 2011 vorgestellt
Offenbach Kreis und Hanau [ENA] Die erfassten Straftaten stellten sich in der Statistik mit den gesunkenen Fallzahlen, nämlich von 53.790 im Vorjahr zu 52.205 erfassten Straftaten im Jahr 2011 dar. Dies entspricht nach 2009 einem Rückgang und somit der zweitniedrigsten Fallzahl der letzten Jahrzehnte. Zugleich wurden durch die Ermittler mehr Straftaten geklärt, was in Zahlen ausgedrückt ein Plus +1,3 Prozentpunkte zum Vorjahr ausmachte.
Der Polizeipräsident wies mit Stolz darauf hin, dass sich die positive Entwicklung fort setzt und das PP SOH mit dem Plus von 1,3 % die höchste Zuwachsrate bei den Aufklärungsquoten aller hess. Polizeipräsidien erzielt hat. Die vielfältigen Maßnahmen, die im Bereich der Prävention und Repression aufgelegt wurden, haben in der Verbesserung der Sicherheitslage Erfolg gebracht. Man somit konstatieren, dass bei regionaler Betrachtung der Fallzahlen deutlich wird, dass es regionale geografische Unterschiede gibt. In Offenbach Stadt und im Kreis ist ein Rückgang der Fallzahlen festzustellen, die Aufklärungsquote steigerte sich. Im Main-Kinzig-Kreis mit der Stadt Hanau leichter Anstieg der Fallzahlen und leicht gestiegener Aufklärung.
Man berücksichtige dabei, dass Großveranstaltungen und den damit einhergehenden Straftaten hier beachtet werden müssen. Der wesentliche Deliktsbereich im Zuständigkeitsbereich PP SOH wird durch Massenkriminalität (80%) geprägt. Hierunter erfasst man statistisch mittelschwere Straftaten, wie Diebstahl, Betrugsdelikt sowie Sachbeschädigungen. Dies erläutert Kriminaldirektor Blaesing und weist darauf hin, dass schwere Formen der Kriminalität, wie Tötungs- Raub- und Sexualdelikte nur einen Anteil von zirka 2 % der Gesammtkriminalität aufweisen. Eine qualifizierte Aussage setzt bei der differenzierten Analyse eine mehrjährige Betrachtung der Entwicklung voraus, Blaesing.
KD Blaesing erläuterte bei den Gewaltdelikten die erfassten Delikte, und den Anstieg mit zwei Serien an Raubdelikten, die inzwischen aufgeklärt sind. Es wurde eine Gruppe Jugendlicher Handtaschenräuber und die sog. Goldkettenräuber dingfest gemacht. Somit waren 50,2 % dieser Taten aufgeklärt worden. Dies ist eine Steigerung von 7,9 Prozentpunkten. Auch hier die historisch höchste Aufklärungsquote. Die Taten der sog. Goldkettenräuber beunruhigten im Sommer 2011 die Einwohner doch sehr. Begründet durch den hohen Goldpreis und der verstärkten Werbung zum Ankauf von Altgold, animierten die Täter dazu überwiegend ältere Bürger anzufallen und diesen mit Gewalt Goldschmuck zu entreißen.
Durch intensive Ermittlungen konnte das Duo dingfest gemacht werden. Den beiden bekannten Straftätern, noch andere Straftaten ausgeführt hatten, wurde so das "Handwerk" gelegt. Körperverletzungsdelikte sind leicht rückläufig. Die Motivlage ist hier vielschichtig. Täter, wie Opfer sind im Bereich von Jugendlichen und Heranwachsenden zu suchen. Hierzu zitierte KD Blaesing den Begriff der erlebnisorientierten Freizeitbeschäftigung. Grund, die Verteidigung der eigenen Ehre. Es spielt hier der Einsatz von Waffen und anderen zweckentfremd benutzten Gegenstände als Waffe, wie z.B. Stöcke, Flaschen etc.
Die initiierten schulischen Präventionsprogramme, wie "PIT" (Prävention im Team) oder Cool sein, Cool bleiben, führten zu der Tendenz, dass diese Taten als rückläufig anzusehen sind. Bei den Einbrüchen stieg die Zahl der Geschäftseinbrüche nach einem vierjährigen Rückgang leicht an. In einer Analyse wurde betont, dass bei der Prävention in diesem Bereich, wie auch in den privaten Bereichen, mehr von den Betroffenen Geschäftsinhabern und Wohnungs- und Hausbesitzern für die Sicherung der Objekte getan werden sollte. Der Polizeiladen steht hier interessierten Bürgern gerne mit Rat und Tat zur Seite.
Die Polizeiführung hob hervor, dass im PP SOH 2011 durch Kontrollaktionen der Polizeikräfte Erfolge auszuweisen sind. Es wurden Haftbefehle vollstreckt und Diebesgut sichergestellt. Als sog. "Beifang" ist hierbei zu erwähnen, dass bei diesen Überprüfungen auch Betäubungsmittel und andere Drogen sichergestellt und somit Strafverfahren eingeleitet werden konnten. Neben der polizeilichen Präsenz und den Fahndungs- und Kontrollmaßnahmen an Brennpunkten, stellte Polizeipräsident Ullmann die verbesserte und zeitnahe Tatortarbeit durch spezialisiertes Personal und qualifizierte Spurenauswertung heraus.
Auch Intensivierung der Ermittlungen durch die sog. EG Banden, die sich auf die Bekämpfung strukturierter Tätergruppierungen spezialisiert haben, zählen zu einem der Maßnahmenpakete. Man kam hier bandenmäßigen Einbruchsbaden auf die Spur. Auch hier zahlten sich die durchgeführten Sicherheitsmaßnahmen aus. Einen Rückgang ist auch bei den Autoaufbrüchen zu vermelden. Aber wie auch in den Jahren zuvor sind weiterhin noch Serieneinbrecher unterwegs, die ihren Lebenswandel und die Drogensucht davon bestreiten. Es handelt sich hier um regionale Täter. Eine bedeutende Entwicklung im Zusammenhang mit der Gesamtkriminalität musste im Bereich der Betrugsdelikte festgestellt werden.
Jede fünfte Straftat ist mittlerweile ein Betrugsdelikt. Hier führen die Taten Leistungsbetrug, Tankbetrug die Statistik an. Hier eine hohe Aufklärungszahl, was verständlich ist, den jeder gefasste "Schwarzfahrer" ist eine aufgeklärte Straftat. Bei anderen Betrügereien spiegelt sich immer wieder die Unvernunft, gepaart mit Gier nach mehr wieder. Hier sind Straftaten im Internet führend. User machen online Geschäfte mit hohen Gewinnversprechungen. Das 2008 errichtete Kommissariat für Internetkriminalität, in dem externe Fachkräfte unterstützen, zeigt eine hohe Aufklärungsquote (86,1 %) auf. Weiterhin wurde die Aufklärung ergänzt in Form eines Internetberaters, angesiedelt beim Polizeiladen (wurde bereits berichtet).
Um auch hier eine Veranschaulichung zu präsentieren, wurde durch einen Kommissariatsleiter eine Darstellung am Computer vorgestellt. Es handelte sich um die Darstellung einer sog. Ransomware (Computerprogramm), die einen Computer schnell und anhaltend lahm legen kann. Dies kann der oder die Täter aus der Ferne betreiben, wenn der nichts ahnende User auf eine Seite zugreift, die mit diesem Virus infiziert ist. Es können dann Daten verschlüsselt oder der PC komplett blockiert werden, um anschließend vom "Geschädigten" ein Lösegeld zur Entschlüsselung oder Entsperrung zu fordern. Herr Lechtenböhmer zeigte wie die Infektion eines Rechners durch präparierte E-Mail-Anhänge oder manipulierte Webseiten erfolgt.
Er gab wichtige Tipps, um sich wirkungsvoll vor der Cyberkriminalität zu schützen. Die vorgelegte Kriminalstatistik ist ein Beleg dafür, dass sich die Sicherheit im Bereich PP SOH deutlich verbessert hat, sagte Polizeipräsident Ullmann. Er dankte allen Mitarbeitern für ihre engagierte Arbeit. Es wird immer das Ziel sein, die Sicherheitslage zu verbessern, betonte abschließend Präsident Roland Ullmann.




















































